03. Apr 2018

Geschlossene Fonds: CONTI 177. Schifffahrts-GmbH & Co. Bulker KG MS „CONTI Ametrin“

Für die Anleger des CONTI 177 eröffnet sich in Kürze die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche in einem sog. „Musterverfahren“ anzumelden.

Den Anlegern des Fonds CONTI 177 dürften Schadensersatzansprüche in Höhe der Beteiligungssumme aus der sog. Prospekthaftung zustehen. Nach unserer Auffassung ist der vorliegende Prospekt in mehrfacher Hinsicht fehlerhaft. Dies gilt insbesondere für die Darstellung im Prospekt hinsichtlich der Markterwartungen für Bulker. Das Oberlandesgericht München wird alsbald in einem sog. Musterverfahren überprüfen, ob der Fondsprospekt des CONTI 177 fehlerhaft ist und den Anlegern damit Schadensersatzansprüche aus der sog. Prospekthaftung zustehen.

  • Ablauf

Das Musterverfahren wird von dem zuständigen Oberlandesgericht eröffnet, wenn bereits zehn Klagen in derselben Sache anhängig sind und die Kläger in diesen Verfahren einen sog. Musterverfahrensantrag gestellt haben. Anfang Dezember 2017 ist die zehnte Klage mit entsprechenden Musterverfahrensantrag in Sachen CONTI 177 eingegangen. Seit dem sind vier weitere Musterverfahrensanträge beim LG München I eingegangen. Das bedeutet, dass das Oberlandesgericht in Kürze den Musterkläger, den Musterbeklagten und das Aktenzeichen des Musterverfahrens im Klageregister nach § 10 KapMuG bekannt machen und dadurch das Musterverfahren eröffnen wird.

  • Kostenersparnis

Für die Anleger des CONTI 177 bedeutet dies nun, dass diese ihren Anspruch kostenreduziert geltend machen können. Im Gegensatz zu einer eigenen Klage führt die Anmeldung des Anspruchs im Musterverfahren zu einem enormen Kostenersparnis. So stehen beispielhaft bei einer Beteiligung in Höhe von 10.000,00 Euro die Kosten in der Höhe von 2.406,85 € für eine Individualklage den Kosten in der Höhe von 675,52 € für das Musterverfahren gegenüber.

  • Anmeldung

Die Form der Anmeldung richtet sich nach § 10 KapMuG. Nach § 10 Abs. 2 S.3 KapMuG muss sich der Anmelder von einem Rechtsanwalt vertreten lassen. Ferner sind die in § 10 Abs. 3 und Abs. 4 KapMuG benannten Voraussetzungen einzuhalten.

Durch die Anmeldung des Anspruchs werden die Anmelder nicht Beteiligte des Musterverfahrens. Nach § 16 KapMuG erlässt das Oberlandesgericht nach Abschluss des Musterverfahrens einen sog. Musterentscheid. Gegenüber den Anmeldern entfaltet die Entscheidung im Musterverfahren zwar keine unmittelbare Bindungswirkung. Mit dem Musterbescheid stellt das Oberlandesgericht jedoch fest, ob der Prospekt in Sachen CONTI 177 fehlerhaft ist und erhöht dadurch die Erfolgschancen der Anmelder in einem möglichen Gerichtsverfahren. Durch die Anmeldung wird darüber hinaus die Verjährung der Ansprüche der Anmelder bis zum Abschluss des Musterverfahrens gehemmt, ohne dass diese Klage erheben müssen (§ 204 Abs. 1 Nr. 6 a BGB). Der Anmelder kann daher das Musterverfahren abwarten, ohne den Eintritt der Verjährung zu befürchten. Im Anschluss kann er die gerichtliche Geltendmachung seines Anspruchs anstreben. Wenn auch der Anmelder an einem Musterentscheid rechtlich nicht partizipiert, so wird ihm gleichwohl die faktische Wirkung eines Musterentscheids zugutekommen.

Den betroffenen Anlegern ist insoweit anzuraten, die weitere Entwicklung in den kommenden Monaten sorgfältig zu beobachten, um sich dann ggf. innerhalb der Frist von sechs Monate an dieses Musterverfahren „anzuhängen“.

Durch die Investition in den Fonds CONTI 177 geschädigte Anleger, die nicht bereit sind hoche Kostenrisiken auf sich zu nehmen, können sich gerne an HOS Rechtsanwälte wenden. 

Der Erstkontakt ist kostenfrei und unverbindlich. 

Telefonischer Kontakt:

0711 / 9580 1250 

E-Mail: info@hos-recht.de

 

Als Ansprechpartner für Fragen rund um Anmeldung zum Musterverfahren CONTI 177 stehen Ihnen folgende Rechtsanwälte zur Verfügung:

 

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