28. Apr 2017

Kapitalmarktprodukte: EN Storage GmbH - Insolvent

Das verschwundene Geld des Skandalunternehmens EN Storage kann ersatzweise bei den Wirtschaftsprüfern verlangt werden. Der Insolvenzverwalter Holger Leichtle beurteilt die Arbeit der Wirtschaftsprüfer als „zumindest fahrlässig“.

Der Pressemitteilung vom 03.04.2017 ist wie folgt zu entnehmen:

  • Enge Kooperation zwischen vorläufigem Insolvenzverwalter Dr. Holger Leichtle und der
    Staatsanwaltschaft Stuttgart
  • Leichtle: „Stand heute müssen wir aber davon ausgehen, dass ein Großteil des ausgewiesenen
    Geschäfts gar nicht exisitierte und dass die Gelder der Anleger nicht in die versprochene Infrastruktur
    investiert wurden.“
  • Mehr als 2000 betroffene Anleger

Was war passiert?

EN Storage hatte als Geschäftsmodell angegeben, international tätigen Firmen, Industrieunternehmen und staatlichen Nutzern als Dienstleister unternehmenseigene IT-Infrastruktur zur Datenspeicherung bereitzustellen. Das Geld für den Aufbau der notwendigen Server-Infrastruktur sammelte EN Storage bei mehr als 2000 Anlegern ein, die Unternehmensanleihen mit einer versprochenen Verzinsung von – je nach Laufzeit der Anleihe – 5,6, 6,8 oder 7 Prozent zeichneten oder sogar direkt in Server investierten. Der Mindesteinsatz betrug 1000 Euro.

Das vorhandene Firmenvermögen und eventuell auf Servern gelagerte Kundendaten hat der vorläufige Insolvenzverwalter noch am Tag seiner Bestellung gesichert.

„Stand heute müssen wir aber davon ausgehen, dass ein Großteil des ausgewiesenen Geschäfts gar nicht exisitierte und dass die Gelder der Anleger nicht in die versprochene Infrastruktur investiert wurden. Gleichzeitig ist es wohl so, dass die wenigen vorhandenen Server nicht einzelnen Direktinvestoren zugeordnet werden können, wie das Unternehmen dies ursprünglich zugesichert hatte“, konstatiert Leichtle.

Was ist zu tun?

Die geschädigten Anleihegläubiger müssen nun ihre offenen Forderungen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens, die vom Gericht voraussichtlich zum 2. Mai 2017 angeordnet wird, beim Insolvenzverwalter anmelden.

 

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Zur Einberufung der Gläubigerversammlung lesen Sie hier.

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Zu möglichen Schadensersatzansprüchen lesen Sie hier.