24. Sep 2017

Geschlossene Fonds: Sachwert Rendite-Fonds Indien 2 GmbH & Co. KG (MPC Indien 2)

Obwohl das Kapital für den Bau der Anlageobjekte schon vor einigen Jahren eingesammelt wurde, ist die Fertigstellung der Immobilien derzeit nicht absehbar und damit erst recht nicht die Höhe oder der Zeitpunkt der prognostizierten Rückflüsse. Das Konzept der Kapitalanlage ist für den privaten Anleger nur schwer zu verstehen:

In einem von der NORD/LB und MPC Capital im September 2009 herausgebrachten Fondsporträt, wurde das Fondskonzept wie folgt dargestellt

„Der Anleger beteiligt sich an der Fondsgesellschaft  Sachwert Rendite-Fonds Indien 2 GmbH & Co. KG. Die Fondsgesellschaft erwirbt  90 % der Gesellschaftsanteile an der mauritischen Holdinggesellschaft Sapphire Capital. Die restlichen 10 % werden von Carp Finance, einer Gesellschaft aus dem Einflussbereich des indischen Projektentwicklers „The Phoenix Mills“ (Phoenix), gehalten. Sapphire Capital hält Gesellschaftsanteile an mauritischen Portfoliogesellschaften, die sich jeweils an einer von 11 indischen Projektentwicklungsgesellschaften mit Beteiligungsquoten zwischen 5 % und 49 % beteiligen, soweit diese die Investitionsvoraussetzungen (Prospekt S. 119) erfüllen.

Neben der Fondsgesellschaft und Phoenix sind weitere Investoren an den indischen Projektgesellschaften beteiligt. Für die Beteiligungen an den indischen Projektentwicklungsgesellschaften wurden die Kapitalabrufe durch die Sapphire Capital bereits vollzogen.  Ziel der Fondsgesellschaft ist die Erzielung von Veräußerungsgewinnen aus dem Verkauf der Anteilsklassen an der mauritischen Holdinggesellschaft, nachdem diese ihre Beteiligungen an den mauritischen Portfoliogesellschaften veräußert hat.“

Schaut man sich das Fondskonzept kritisch an, so kommen Konstruktionsmängel und Risiken zu Tage.

Echte Über­schüsse erhalten die Anleger oft erst nach vielen Jahren, manchmal sogar erst, wenn die Immobilien gewinnbringend verkauft wurden. Der Erfolg eines geschlossenen Fonds hängt damit von einer seriösen, langfristen Planung ab. Ob seriös geplant wurde, ist jedoch bei oftmals vielen Jahren Laufzeit nicht von vornherein überprüfbar. Die größte rechtliche Schwäche des vorliegenden Konzepts Indien 2 dürfte darin zu sehen sein, dass die Beteiligung nur mittelbar über mauritische Gesellschaften, die nur ein geringes Mitspracherecht haben, erfolgt. Weitere Schwächen des Fonds dürften in der flächendeckenden Korruption der indischen Politik und Wirtschaft sowie der hochgradigen Unsicherheit und Unbeständigkeit des indischen Immobilienmarktes zu sehen sein. Somit ist die Frage nach der Seriosität der im Prospekt aufgestellten Prognosen sowie des Investitionsvorhabens insgesamt mehr als berechtigt. Die Kapitalanlage scheint insgesamt, auf Grund der oben dargestellten verwobenen rechtlichen Struktur, sowie der tatsächlichen Risiken und Unwägbarkeiten, sehr risikoreich und damit keinesfalls für einen Privatanleger geeignet zu sein.

Diese Einschätzung spiegelt sich auch in der unerfreulichen Entwicklung des Fonds wieder
 

Der Fondszeitung, Ausgabe Oktober 2012, war eine besorgniserregende Analyse zu entnehmen. Die Anleger des Fonds Indien 2 müssten mit nicht unerheblichen Verlusten des investierten Geldes oder schlimmstenfalls mit Nachschussforderungen rechnen, hieß es sinngemäß darin. Auch bestätigt die Fondszeitung, dass Gläubigerbanken Finanzierungszusagen zurückgezogen hätten, so dass ein Bauprojekt gänzlich gestoppt wurde und die Baufortsetzung von zwei weiteren Bauprojekten mehr als fraglich sei. Neben den verschleppten Baumaßnahmen lastet auf dem Fonds ein hoher Schuldendruck. Hinzu kommt, dass die Gläubigerbanken Kredite zurückfordern. Gerade auf die Zugeständnisse der Gläubigerbanken ist der Fonds jedoch angewiesen, denn der Fonds leidet unter fehlendem Eigenkapital. Rund 6 Jahre nach der Emission des Fonds Indien 2 müssen die Anleger fürchten nicht nur auf die prognostizierten Ausschüttungen verzichten zu müssen, sondern den Großteil ihres investierten Vermögens endgültig verloren zu haben. Hinzu kommt die Angst, dass Nachschusszahlungen notwendig sein werden, um zumindest kurzfristig das wirtschaftliche Überleben des Fonds zu sichern.

Wie können Sie vorgehen?

Fürchten auch Sie finanzielle Verluste? Wehren Sie sich! Geschädigten Anlegern stehen mehrere Möglichkeiten zur Seite, sich schadlos zu halten.

  • 1. Vorgehen wegen Falschberatung

Unabhängig davon, ob Sie Altersvorsorge, Vermögensbildung oder Steuerersparnis als Anlageziel hatten, bestand die Pflicht des Beraters, Sie richtig, sorgfältig und vollständig über alle Eigenschaften und Risiken des Anlageobjekts, die für die jeweilige Anlageentscheidung von wesentlicher Bedeutung sind, zu informieren. Ist dies im Rahmen der Beratung nicht erfolgt, kann ein Schadensersatzanspruch begründet sein. In vielen Fällen wurden Anleger aber gerade nicht über die enormen Risiken einer Beteiligung am geschlossenen Immobilienfonds aufgeklärt. So wurde weder das Totalverlustrisiko noch die völlige Ungeeignetheit der Beteiligung zur Altersvorsorge erörtert. Ein Schadensersatzanspruch kann unabhängig von der Qualität der Beratungsleistung schon deshalb gegeben sein, soweit der jeweilige Berater es versäumt hat, Sie über die erhaltenen Provisionen/Rückvergütungen (sog. „Kick-Back“) aufzuklären. Über den Erhalt und die Höhe von Rückvergütungen hat eine Bank den Kunden im Zusammenhang mit einem Anlageberatungsvertrag schon aufgrund der bisherigen Rechtsprechung (BGH, Beschluss 09.03.2011, XI ZR 191/10 – Tz. 27) ungefragt aufzuklären.

  • 2. Prospekthaftung

Ein weiterer erfolgsversprechender Ansatz könnte die Prospekthaftung der Initiatoren und der Gründungsgesellschaft sein. In zahlreichen Urteilen stellte der Bundesgerichtshof (BGH) fest, dass unklare oder unterlassene Angaben im offiziellen Emissionsprospekt als Prospektfehler zu werten sind und zum Schadensersatz des Anlegers führen. Das Landgericht Hamburg hat in seiner Entscheidung vom 22.12.2012 (Az. 309 O 5/12) die Gründungskommanditisten des geschlossenen Immobilienfonds MPC Sachwert Renditefonds Indien GmbH & Co. KG (Vorgängerfonds des hiesigen Indien 2 Fonds) zu Schadensersatzzahlungen aus Prospekthaftung verurteilt. Nach Ansicht des Landgerichts weckt der Prospekt einen irreführenden Eindruck über die Bebauungsmöglichkeiten der von dem Fonds erworbenen Grundstücke in Indien. Auch das Prospekt zum hiesigen Fonds Indien 2 dürfte an den gerichtlich festgestellten Prospektmängeln leiden, so dass auch bei hiesigem Fonds hohe Erfolgsaussichten bestehen, sich bei den Initiatoren schadlos zu halten. Hier prüft die HOS Rechtsanwaltskanzlei, ob eine sog. „Sammelklage“ gegen die Prospektverantwortlichen erhoben werden kann. Je mehr Anleger sich an einer „Sammelklage“ beteiligen, desto geringer sind die Kosten für den Einzelnen.

  • 3. Fazit

Wie oben dargestellt, bestehen gute Aussichten, sich entweder bei den Beratungsinstituten wegen Falschberatung oder bei den Prospektverantwortlichen wegen Prospektmängeln schadlos zu halten.

Gerne unterstützt Sie die Kanzlei HOS Rechtsanwälte bei den gebotenen rechtlichen Schritten. Der Erstkontakt ist kostenfrei und unverbindlich. 

Telefonischer Kontakt:

0711 / 9580 1250 

E-Mail: info@hos-recht.de

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