13. Jan 2015

Geschlossene Fonds: Schiffsfonds in Not – hat die Deutsche Bank die Anleger der NORDCAPITAL Bulkerflotte 1 falsch beraten?

Der von der NORDCAPITAL GmbH aufgelegte Schiffsfonds BULKERFLOTTE 1 wurde im Jahr 2008 exklusiv über die Deutschen Bank vertrieben. Die Insolvenz der koreanischen Reederei, die sieben der insgesamt acht Fondsschiffe gechartert hatte, führte zu existenziellen Schwierigkeiten des Fonds. Trotz eines aufgestellten Sanierungsplans, ist eine Erholung des Fonds derzeit nicht in Sicht. Den betroffenen Anlegern droht somit der Totalverlust ihrer Einlage.

Die Probleme des Fonds dürften jedoch nicht überraschen. So warnte die Wirtschaftpresse bereits 2008 ausdrücklich vor einem zurückgehenden Welthandel und damit einhergehenden spürbaren Einbrüchen des Bulkermarktes.

Nicht nur diese Aspekte lassen Anleger daran zweifeln, dass die Beteiligung durch die vertreibenden Banken mit der erforderlichen banküblichen Sorgfalt geprüft wurde. Da die Banken beim Vertrieb der Fondsbeteiligungen hohe Vertriebsprovisionen erhielten, steht zu befürchten, dass die Empfehlung der Fondsbeteiligung NORDCAPITAL Bulkerflotte 1 alleine dem Provisionsinteresse der Banken und nicht den Anlagezielen der Bankkunden diente.

Diese Einschätzung bestätigte auch das Landgericht Heilbronn, als es in seinem Urteil vom 09.08.2013 einem Anleger, welcher sich auf Empfehlung eins Mitarbeiters der Deutschen Bank Privat – und Geschäftskunden AG an der NORDCAPITAL Bulkerflotte 1 beteiligt hatte, Schadensersatz in voller Höhe zusprach.

Dabei beurteilte das LG Heilbronn die erfolgte Beratung bereits als nicht anlegergerecht. Dies begründete das Gericht damit, dass der Kläger eine sichere Anlage zum Vermögensaufbau wollte, die risikobehaftete Beteiligung an der NORDCAPITAL Bulkerflotte 1 unzweifelhaft diesem Anlageziel jedoch nicht entsprechen konnte.

Weiter stellte das Gericht die Haftung der Beklagte wegen Verletzung der Pflicht zur anlagegerechten Beratung fest. Insoweit  war für das Gericht entscheidend, dass der Kläger falsch bzw. nicht vollständig über die an die Deutschen Bank gezahlten Rückvergütungen (Provisionen) unterrichtet wurde. Der Kläger erhielt lediglich den Hinweis, dass die beratende Bank den Ausgabeaufschlag, also das Agio in Höhe von 5 %, erhalte. Der Erhalt weiterer, tatsächlich an die Bank geflossener Provisionen, wurde hingegen nicht erwähnt.

Schließlich begründet auch die Nichtaufklärung über das Risiko der Nachhaftung gem. § 172 Abs. 4 HGB eine zum Schadensersatz führende Pflichtverletzung der Bank. Diese Haftung führt nämlich dazu, dass Anleger die erhaltenen Ausschüttungen zurückzahlen müssen, soweit diese nicht vom Gewinn des Fonds gedeckt sind.

Wie oben dargestellt, bestehen gute Chancen, Schadensersatzansprüche durchzusetzen. Die obigen Informationen können jedoch eine ausführliche, auf Ihren konkreten Einzelfall angepasste Rechtseinschätzung nicht ersetzen. 

Gerne unterstützt Sie die Kanzlei HOS Rechtsanwälte bei den gebotenen rechtlichen Schritten. Der Erstkontakt ist kostenfrei und unverbindlich. 

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